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Was gehört in den Lebenslauf?

Kategorie: Bewerbung

Es gibt zwei Dokumente, die Bewerber regelmäßig in schwere Krisen bei der Bewerbung um einen Job stürzen: Das Anschreiben und sein Zwilling, der Lebenslauf. Nur wenn beide Unterlagen perfekt aufeinander abgestimmt sind und sich ergänzen, versteht der Personaler, was du ihm eigentlich vermitteln willst. Gerade beim Lebenslauf ist das manchmal gar nicht so einfach. Entweder du hast Stoff für eine halbe Autobiografie oder zwei Praktika sind alles, was du mit viel Wohlwollen einigermaßen professionell erwähnen kannst.

Kommt es nun auf möglichst viele Referenzen im Lebenslauf an? Musst du die Angaben aus dem Anschreiben alle im Lebenslauf wiederholen? Welche Daten musst du zwingend angeben ohne direkt alle beruflichen Geheimnisse preiszugeben? Gehört ein Foto in den Lebenslauf? Und überhaupt: Wie gestaltest du den Lebenslauf so, dass er nicht direkt in der verstaubten Ecke der anderen vorzeitlichen Exemplare landet?

Fragen über Fragen rund um den Lebenslauf. Und auch hier werden dir nicht alle beantwortet. Du hast richtig gelesen: nicht alle Fragen. Denn genau darum geht es beim Lebenslauf: Deine persönliche Vita ist so individuell, wie du selber auch. Hier findest du zwar eine ganze Menge Tipps rund um das Thema Lebenslauf, aber der wichtigste Tipp lautet immer noch: Bleib individuell. Fall auf. Damit geht es ganz schnell raus aus der verstaubten Ecke und rein ins Vorstellungsgespräch.


Deine Daten als Bewerber: Nichts vergessen!

Du kannst das perfekte Anschreiben verfassen, zum Job passen wie kein Zweiter, die Auszeichnung des Jahres für das Design deiner Bewerbung gewinnen ¬– wenn du deine Daten im Lebenslauf nicht richtig angibst, kann es sein, dass dir der Job trotzdem durch die Lappen geht. Das ist mehr als ärgerlich. Damit dir das nicht passiert, solltest du immer mindestens folgende Angaben machen:

  • Vor- und Zuname. Wenn du noch fünf weitere Namen besitzt und der Familienname deiner Urgroßmutter eigentlich auch noch dazugehört: Hier kommt es auf Relevanz an. Zwei Namen reichen. Den Rest kannst du im Vorstellungsgespräch erläutern.
  • Deine Adresse. Du studierst in der einen Stadt und wohnst am Wochenende bei deinen Eltern? Oder du bist gerade umgezogen? Dann gib lieber eine Adresse im Lebenslauf an, die mindestens für die nächsten vier Wochen gültig ist.
  • Kontaktdaten wie Mailadresse und Handynummer. Vielleicht ist nun aufgrund der Bewerbung auch der perfekte Zeitpunkt gekommen, um dir eine seriöse Mailadresse zuzulegen. Am besten eignet sich vorname.nachname[at]anbieterdeinerwahl.de. Und noch ein Tipp: Lieber die Handynummer als die Festnetznummer angeben. Gerade wenn du viel unterwegs bist.

Haben wir nicht alle in der Grundschule gelernt, dass auch die Anzahl deiner Geschwister, der Beruf deiner Eltern, dein Geburtsdatum und vielleicht noch deine Blutgruppe in den Lebenslauf gehören? Die Antwort lautet schlicht und ergreifend: nein. Nein, nein und nochmals nein. Es sei denn, du nimmst an einem Experiment zur Erstellung der absurdesten Bewerbungen teil. Keine gute Idee.

Schule, Ausbildung, Uni: Welche Abschlüsse bringst du mit?

Gerade wenn du kaum Berufserfahrung mitbringst, spielen deine Abschlüsse die zentrale Rolle im Lebenslauf. Generell gilt: Wenn du dich als Berufseinsteiger auf einen Job bewirbst, gehört der Fokus in deiner Bewerbung auf deine letzte Ausbildung, deinen Schulabschluss oder auf den Universitätsabschluss. Ein wichtiger Tipp lautet: Widme den meisten Platz deinem letzten Abschluss. Falls du zum Beispiel gerade deinen Bachelor abgeschlossen hast, solltest du den Fokus auch auf das Studium richten.

Konkret bedeutet das: Mache Angaben über den Ort, die Schule und den Zeitpunkt deines Schulabschlusses und gegebenenfalls auch über Art, Ort und Zeitpunkt deiner Ausbildung. Bezüglich des Studiums kannst du weiter ausholen und auch einzelne Schwerpunkte oder Wahlpflichtfächer nennen. Falls du dein Zeugnis an die Bewerbung anhängst, kannst du dich im Lebenslauf kürzer fassen: Der Leser erfährt dort Detailinformationen über deinen Schulabschluss, deine Ausbildung oder deinen Studienabschluss.

Praktische Erfahrung: Diese Jobs gehören in den Lebenslauf

Wenn du zu den Bewerbern gehörst, die bereits eine ganze Liste an Berufserfahrung mitbringen, ist es leichter, einen aussagekräftigen Lebenslauf zu verfassen. Aber auch hier lautet ein wichtiger Tipp: Auf die Relevanz kommt es an. Nicht jeder Nebenjob passt unbedingt zu deiner Bewerbung. Die folgenden praktischen Erfahrungen kannst du im Lebenslauf erwähnen:

  • Vollzeit- und Teilzeitjobs. Reguläre Beschäftigungen im Angestelltenverhältnis gehören immer in den Lebenslauf, wenn ein Bezug zu dem Job besteht, auf den du dich bewirbst.
  • Praktika. Gerade kurz nach einem Abschluss sind Praktika häufig die einzige Erfahrung, die Bewerber im Lebenslauf erwähnen können. Und das solltest du in jedem Fall auch tun.
  • Werkstudentenjobs. Diese Angabe sollte immer im Lebenslauf genannt werden, da du dadurch wertvolle Erfahrung mit in den neuen Job bringst.
  • Minijobs. Auch diese Beschäftigung als Aushilfe wird von vielen Unternehmen geschätzt. Hast du zum Beispiel schon während deines Abiturs gejobbt, solltest du das auf jeden Fall erwähnen.

Es gibt noch weitere praktische Erfahrungen wie beispielsweise die selbstständige Arbeit. Mach dir am besten eine Liste all deiner Tätigkeiten und priorisiere sie nach Relevanz. So vergisst du keine wichtigen Details.

Besondere Kenntnisse und Fähigkeiten: Wo liegt dein Mehrwert?

Neben deinen Daten und den Angaben zu deinen praktischen und theoretischen Kenntnissen geht es nun um die Besonderheiten, die deine Bewerbung einzigartig machen. Normalerweise kommen auf eine Stellenausschreibung mehr Bewerbungen, als es offene Stellen gibt. Und in der Regel gibt es darunter auch mehrere andere Bewerber, die die Grundanforderungen erfüllen. Daher gilt es, sich mit seinem Lebenslauf abzuheben. Und das gelingt dir, indem du individuelle Angaben zu Kompetenzen machst, die vielleicht kein anderer Bewerber mitbringt.

Das können ausgefallene Sprachkenntnisse sein, eine besondere Motivation als Quereinsteiger, zusätzliche Fachkenntnisse in deinem Bereich oder berufliche Erfahrungen, die dich besonders qualifizieren. Es geht darum, die Neugierde des Personalers zu wecken. Dabei musst du nicht direkt alle Karten im Anschreiben und im Lebenslauf offenlegen. Besser ist es, Interesse zu wecken und den Trumpf im Vorstellungsgespräch auszuspielen.

Und noch ein Tipp: Viele Formate für deinen Lebenslauf, die du kostenlos online findest, enthalten inzwischen einen Raum für deine ganz persönliche Zieldefinition. Diese Möglichkeit ist hervorragend, um den Job, für den du eine Bewerbung schreibst, in deinen längerfristigen beruflichen Kontext einzuordnen.

Dein Lebenslauf: Investieren lohnt sich

Gerade wenn es um deinen Berufseinstieg oder den nächsten Karriereschritt geht, gilt: Nicht kleckern, sondern klotzen. Du hast gerade mehrere tausend Euro in dein Studium investiert und sparst jetzt am Lebenslauf? Oder beim Bewerbungsfoto? Keine schlaue Strategie.

Besser ist es, einmalig in den perfekten Lebenslauf inklusive hochwertigem Foto und Design zu investieren. Diese Investition lohnt sich für die nächsten zehn Jahre und damit über die gesamte kritische Phase des Berufseinstiegs. Denn auch bei den interessantesten Angaben im Lebenslauf, bei einem Lebenslauf, der tatsächlich an die legendäre eierlegende Wollmilchsau erinnert: Das Auge liest mit (logischerweise). Du weißt, was gemeint ist. Also verabschiede dich vom Kampf mit Word und such dir eine wirklich professionelle Vorlage. Viel Erfolg!

Hinweis: Unsere Artikel richten sich an alle Geschlechter. Für eine leichtere Lesbarkeit verwenden wir jedoch das generische Maskulinum. Deine stellenwerk-Redaktion.


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Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.